Mit 10 Jahren Hochleistungssport – mit 40 Jahren Hochleistungshumpeln (Teil 2/3)

Bei vielen Menschen ist schon mit 40 massiver Gelenkverschleiß durch Arthrose und Dauerschmerzen bemerkbar. Meist handelt es sich um Menschen, die schon sehr jung extrem und regelmäßig Sport getrieben haben. Meist sind es Probleme in Knien, die noch bevor sie fertig entwickelt waren zu stark belastet wurden. Beim Training vor 30 Jahren ist leider noch vieles falsch gelaufen – die damals entstandenen Überlastungsschäden machen sich heute bemerkbar. Damals galt es möglichst viele kurze abgehackte Bewegungen auszuführen – es galt weniger die Qualität der Bewegungen. Quantität statt Qualität. Man ging davon aus, dass Kinder kleine Erwachsene seien und lies sie gleiche Übungen mit weniger Wiederholungen ausführen. Das Problem – die Gelenke sind bei Kindern bei weitem nicht so stabil wie bei Erwachsenen. Die falsche Ausführung und Überlastung rächt sich dann im mittleren Alter. Die Spezialisierung und Fokussierung auf eine spezielle Sportart ist in den jungen Jahren ein Problem. Einseitigkeit ist immer schädlich. Einen Teil dieses Problems sind übereifrige Eltern, die in ihren 3-jährigen Kindern vermeintlich extreme Talente entdecken und die Stars der Zukunft sehen. Nicht mehr das Interesse an vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten steht im Vordergrund…

Sogenannte High-Impact-Sportarten wie Sprungsportarten, Handball, Fußball und andere Ballsportarten, führen wissenschaftlich nachgewiesen zu teilweise negativen Veränderungen in den Wachstumsfugen, die später in degenerative Erkrankungen wie beispielsweiser Arthrose enden können. Eltern sollten also ZUHÖREN und DARAUF EINGEHEN wenn Kinder nach dem Training über Beschwerden klagen.

Ein aktuelles Problem sind auch überall auffindbare preiswerte Fitnessstudios, welche von jungen Menschen gestürmt werden um dem Modetrend von Muskelmasse zu entsprechen. Es geht nur darum schnell viel Masse aufzubauen – allerdings findet man in den billigen Studios häufig keine kompetente Trainerbetreuung. Sicher ist es möglich langfristig wertvolles Stabilisationstraining zu betreiben. Aber die Jugendlichen wollen rasch große Effekte erkennen. Dafür gehen sie oft an ihre Grenzen was gerade im Gelenkbereich zu immensen gesundheitlichen Folgen führen kann, die häufig lebenslänglich belasten.

Knochen und Knorpel sind die schwächsten Glieder der Belastungskette, da sie sich am langsamsten an Belastungen anpassen können. Das Herz-Kreislauf-System reagiert nach zwei bis drei Wochen auf sportliche Veränderungen. Bänder und Sehnen benötigen bis zu drei Monate. Knorpel und Knochen brauchen dagegen bis zu 6 Monate bis sie sich an neue Herausforderungen angepasst haben.

(Teil 3 folgt in den nächsten Tagen…)

Quelle n-tv Bericht am Montag, 16. Januar 2017